Nach langer Zeit…

Hallo liebe Brettspielhelden,

am Montag war es nach langer Zeit wieder soweit. Wir durften endlich wieder unser „Tore“ öffnen.
Mit Le Havre, Santa Maria und Orléans kamen drei echte Klassiker auf die Tische. Im Anschluss wurde mit Just One ein etwas jüngeres, aber genauso gutes Spiel ausgepackt. Es war ein Vergnügen wieder mit mehr als drei Leuten spielen zu dürfen.

Da es meine erste Runde Le Havre war, ein paar Worte zu meinem persönlichen Gefallen. Aber bevor ich starte noch fünf kleine Dinge: Ich werde nicht auf die Regeln eingehen. Der Vorgänger „Agricola“ zählt zu meinen Lieblingsspielen. Einige Mechanismen daraus sind sehr ähnlich. Unsere Runde war 4-Personen stark. Außerdem lag „nur“ die alte Version vor.

Fangen wir mit den schönen Dingen an:
-Das Hafen-Thema ist echt gut umgesetzt. Der Fluss, die kleinen Schiffchen die jeden Zug neue Waren bringen und die Optik sorgen dafür.
-Ab der 1. Runde weiß man welche Gebäude-Karten kommen. Ab Runde 2 wann genau welcher Rohstoff hinzukommt. Dadurch ist es sehr klar.
-zufällige Rohstoff-anordnung, gemischte Gebäude und zufällige Sonderkarten sorgen für Variablität, ohne es zu stark glückslastig zu machen.
-relativ einfache Regeln (Kenner-Niveau)
-Grafikdesign vom Spielbrett, Rohstoffmarker und Karten gefallen mir richtig gut

Was mir nicht so gefallen hat:
-Die hohe Anzahl der Runden lässt das Spiel wie einen vollen und anstrengenden Arbeitstag am Hafen anfühlen.
-Wer bereits gespielt hat, hat strategische Vorteile gegenüber Neueinsteigern. Das könnte in bestimmten Gruppen zu frustrierend sein.
-Die Gebäudekarten sind unterschiedlich stark. Mein Ersteindruck lässt mich dazu neigen, es daher als unbalanciert zu betiteln.

Neutrale Erwähnungen:
-Strategen können relativ gut planen. Das kann für mehr Grübeleien sorgen und damit für höhere Spielzeit.
-Das „stibitzen“ von großen Rohstoffhaufen kann für den Nachfolger frustrierend sein. Ist aber wichtiger interaktiver und strategischer Teil des Spiels.

Fazit: Es wird nicht in meine private Sammlung einkehren. Dafür ist mir die mechanische Ähnlichkeit mit Agricola zu groß und sind die Runden zu lang. Außerdem würde das Thema meinem liebsten Mitspieler, meine Partnerin, nicht zusagen. Ich kann es mir aber gut in einem Vielspielerhaushalt vorstellen. Denn man kann und sollte es öfter auf den Tisch bringen! Dann ist Variabilität und das Ausprobieren der möglichen Siegstrategien echt angenehm. Auch wenn ich glaube, dass nur Le-Harve-Entusiasten zu 5. spielen sollten. Alle anderen doch eher zu 2. oder 3.  Solo ist es bestimmt auch nicht schlecht, weil niemand die Rohstoffe klauen kann.
Es hatte übrigens ein Neuling gewonnen. 😉

Wir sehen uns. 🙂